Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden (UKDD) stärkt mit neuen Strukturen und Kooperationen seine Rolle für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Patientinnen und Patienten soll so auch außerhalb der Ballungszentren ein besserer Zugang zu moderner Diagnostik, spezialisierter Behandlung und digital unterstützter Medizin ermöglicht werden.
Uniklinikum Dresden baut Engagement zur Versorgung ländlicher Regionen aus
Der Fachkräftemangel, demografischer Wandel und finanzielle Herausforderungen machen neue Versorgungsmodelle zur medizinischen Betreuung notwendiger denn je. Das Uniklinikum Dresden sieht sich hier als Partner in der Region und als Impulsgeber für neue Modelle.
So soll im Laufe des Jahres 2027 die neue Augenarztpraxis in Bannewitz eröffnen. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), eine hundertprozentige Tochter des Universitätsklinikums, mietet sich dafür in das neue Pilotwerk Bannewitz ein, das in der Gemeinde entsteht. Perspektivisch soll das Pilotwerk auch Heimat für anderen medizinischen Angebote sein.
Da es vielerorts an ausreichend fachärztlichen Angeboten fehlt, spiele für tragfähige Lösungen auch die Telemedizin eine Rolle. Die Idee: Via Kamera und Übertragungstechnik kommt die Expertise aus Dresden in Kommunen, Kreisstädte und Landkreise. Dabei arbeitet das Universitätsklinikum Dresden in unterschiedlichen Konstellationen und mit verschiedenen Akteuren der Gesundheitsversorgung zusammen. Das zeigen vielfältige Beispiele:
- Neue dermatologische Eigenpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KV Sachsen) am Klinikum Oberlausitzer Bergland in Ebersbach-Neugersdorf: während das UKDD die ärztliche Expertise vor Ort bereitstellt und das Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH den Kooperationspartnern die Praxisräumlichkeiten überlässt, übernimmt die KV Sachsen die Gesamtverantwortung für den Praxisbetrieb. Dieses Modell stärkt gezielt die Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und schafft eine zukunftsfähige Struktur für die Region.
- „Expertenwissen für Menschen mit MS im ländlichen Raum“: Pilotprojekt zur telemedizinischen Versorgung von Menschen mit Multipler Sklerose (MS)
- Beratungsstelle Seelische Gesundheit für Kinder und Jugendliche in Zittau: die neue Anlaufstelle für den Landkreis Görlitz schließt künftig die Lücke zwischen ersten psychischen Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter und klinischer Diagnostik und Behandlung. Das Vorhaben wird im Rahmen eines Projekts gemeinschaftlich durch das Sächsische Krankenhaus Großschweidnitz, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, den Landkreis Görlitz sowie die Carus Consilium Sachsen GmbH umgesetzt.
- Telemedizinische Schlaganfallversorgung Ost-Sachsen Netzwerk (SOS-TeleNET): etabliertes telemedizinisches Netzwerk zur Verbesserung der akut-neurologischen Versorgung in Regionen ohne eigene Stroke Unit. Das Dresdner Neurovaskuläre Centrum (DNVC) stellt derzeit für zwölf kooperierende Kliniken in Ost-Sachsen eine rund um die Uhr verfügbare telemedizinische Beratung bereit.