Im Studium haben Sie nie das Führen eines Praxisteams gelernt? Ihr Team steckt in einem stressigen Alltag, manche Prozesse sind veraltet und kleine Konflikte enden in Fluktuation oder verhärteten Fronten? Eigentlich müssten Neuerungen, zum Beispiel in Digitalisierungsthemen angegangen werden, aber Sie spüren Widerstand oder Sorge vor noch mehr Belastung?
INQA-Coaching: gefördertes Beratungsprogramm zur Stärkung Ihres Praxisteams
Das Beratungsprogramm INQA-Coaching möchte Ihnen helfen, einen Startpunkt für hilfreiche Veränderungen zu finden und bietet Ihnen einen Rahmen, in dem Sie selbst begleitet und gemeinsam mit Ihrem Team befähigt werden, nächste Schritte zu bewältigen.
Das INQA-Coaching des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unterstützt Praxisinhaber unter anderem im digitalen Wandel mit einem Beratungskostenzuschuss von 80 Prozent.
Gemeinsam mit einem professionellen Coach gehen Sie den Wandel in Ihrer Praxis aktiv an und gestalten ihn mit. Der Coach begleitet Sie dabei, passgenaue Antworten auf die konkreten Fragen in Ihrem Unternehmen zu finden und das Team mit seiner eigenen Dynamik in den Vordergrund zu rücken – nur so gelingt nachhaltige Entwicklung.
Erfahrungsbericht: INQA in der Urologie - Ein erfahrenes Schwesternteam auf dem Weg in neue Praxisabläufe
„Gar nicht so leicht, diese Auswertung des Spermiogramms! Und wann soll ich die neue Kollegin denn überhaupt einarbeiten?!“ Als INQA-Coachin begegnete mir in der urologischen Praxis eine anspruchsvolle Ausgangslage:
- Ein Kollege hatte spontan gekündigt, einige der „alten Schwestern“, wie sich einige liebevoll selbst nannten, hatten Mühe, das Arbeitsvolumen zu bewältigen und kleine Konflikte begannen, zu größeren zu werden
- Die Chefin wollte eine neue Investition für noch bessere Diagnostik machen und hoffte vergebens auf Motivation im Team, sich in die Technik reinzufuchsen
- Die digitale Terminvergabe holperte und die Ausstattung für Homeoffice-Arbeit lag ungenutzt in der Ecke – fast alle fühlten sich überlastet
Nach einer Auftragsklärung mit der Praxischefin startete unser Prozess mit Einzelinterviews (eigentlich fast Mini-Coachings) – ich unter 4 Augen mit allen Teammitgliedern. Neben einem klareren Bild auf die Situation für mich als Coachin brachten diese Runden uns für den Prozess bereits ganz viel: die Schwestern fühlten sich beteiligt, gehört und wertgeschätzt – die meisten sagten, dass sie noch nie „solche Dinge“ gefragt wurden und genossen es, mit ihrem Befinden einmal ganz im Fokus stehen zu dürfen. Die meisten Gespräche endeten mit kleinen „Hausaufgaben“, z. B. persönliche Verhaltensweisen beobachten oder auf Basis kleiner Impulse Veränderungen auszuprobieren.
Mit dieser guten Basis im Gepäck, starteten wir in 3 sogenannte Sprints: mehrwöchige Arbeitsphasen, die ich je nach zeitlichen Ressourcen des Teams durch Impulse, Beratungsmoderation oder Reflexionsrunden unterstützt habe. Es wurden klare Ziele gesteckt, Verantwortlichkeiten verteilt und Vorgehensweisen kontinuierlich an die Realität angepasst. Manche Runde fanden mit der Chefin, andere bewusst ohne statt.
Nach 7 Monaten war im Team eine Menge geschafft – 2 neue Kolleginnen gefunden, die digitale Landschaft an wichtigen Stellen erneuert sowie effizienter gestaltet, Arbeitsabläufe umgestellt und viele offene Worte gesprochen. Auch die Investition konnte erfolgreich getätigt werden und eine Schwester fand zunehmend Freude daran, sich einzuarbeiten und Expertise zu entwickeln.
Ich freue mich sehr, dass diese guten Entwicklungen möglich waren und wünsche mir, dass auch noch viele andere Praxen, die Bedarf spüren, sich auf den Weg machen!
Diplom Psychologin Dr. Judith Trarbach, innoVelop