Eine aktuelle Umfrage unter den Absolvierenden der Humanmedizin der Universität Leipzig zeigt: zwei Drittel der neuen Ärztinnen und Ärzte will in Sachsen mit der Facharztweiterbildung starten. Dabei ist die Allgemeinmedizin die beliebteste Richtung.
Befragung der Medizinabsolventen in Leipzig 2025: Allgemeinmedizin wieder vorn
Mit 18,5 Prozent der befragten Absolventen lag die Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin nach vier Umfragejahren wieder vor den anderen Fachgebieten, gefolgt von der Gynäkologie (13,0 %) und der Anästhesiologie (12,0 %).
Erfreulich ist auch das Ergebnis aus der Kategorie „Herkunft vs. Berufsbeginn“. Hier zeigt sich, dass – obwohl bei Studienbeginn nur 30 Prozent der Studierenden aus Sachsen kamen – jetzt fast zwei Drittel der Absolventen (62,5 %) auch hier mit ihrem Beruf beginnen wollen. Das heißt, dass sich von den 65,7 Prozent der Studienanfänger aus anderen Bundesländern mehr als die Hälfte nach dem Studium für einen Berufsstart in Sachsen entschieden hat (34,4 %).
Interessant – vor allem vor dem Hintergrund der kritischen Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz vor einem halben Jahr – ist auch, dass nach dem Studium tatsächlich 96,8 Prozent der Befragten in Leipzig angaben, als Arzt oder Ärztin arbeiten zu wollen.
Ein letzter Fakt, der in der Befragung auffällt, ist die Frage nach der Nutzung von Förderprogrammen im Studium. Hier wurde mit einem Anteil von 11,5 Prozent der bisherige Höchstwert deutlich gerissen. Ein gutes Zeichen für die vielfältigen Förderprogramme und Unterstützungsangebote in Sachsen, die man aktuell und übersichtlich auf der Seite des Netzwerks „Ärzte für Sachsen“ über www.aerzte-fuer-sachsen.de/de/foerderungen finden kann.
Im sachsenweiten Vergleich
Die Ergebnisse aus Leipzig werden weitestgehend durch eine großangelegte, sachsenweite Längsschnittstudie bestätigt. Die 4. Sächsische Absolventenstudie aus dem Jahr 2025 zeigt für die Abschlusskohorte (=Prüfungsjahre) 2019/2020, dass etwa die Herkunft der Studierenden mit 39 Prozent aus Sachsen ähnlich ist. Auch beim Ort des ersten Arbeitsplatzes ist die Quote von knapp 60 Prozent für Sachsen nah an der Leipziger Befragung aus dem letzten Jahr.
Was die Wahl der Facharztweiterbildung betrifft, lässt die Sächsische Absolventenstudie einen interessanten Vergleich der Prüfungsjahrgänge mit fünf Jahren Abstand zu. Während in der Kohorte 2015/16 mit Abstand die Innere Medizin am beliebtesten war, sind 2019/20 die Anästhesiologie und Allgemeinmedizin an der Spitze (je 15,4 %).
Neben Tendenzen der Facharztwahl machen die Nachbefragungen im Rahmen der 4. Sächsischen Absolventenstudie viele weitere interessante Entwicklungen nach dem Studium sichtbar. Wer also mehr über die Berufszufriedenheit, Zukunftsperspektiven, Gehaltsentwicklung – inklusive Gender Pay Gap – oder Mobilitätstypen von jungen Ärztinnen und Ärzten in Sachsen erfahren möchte, findet hier die sehr detailliert aufbereitete Absolventenstudie mit Nachbefragungen: