Sachsens Gesundheitsministerin im Gespräch mit Medizinstudierenden

Vertreter des Fachschaftsrates Humanmedizin der Universitäten Dresden und Leipzig (StuRaMed) haben sich letzte Woche mit der sächsischen Gesundheitsministerin Babara Klepsch zum Gespräch getroffen. Dabei ging es um die Themen Ärztebedarf, Landarztquote, Praktisches Jahr und um das Zulassungsverfahren für das Medizinstudium.

Ein wichtiger Aspekt für die Ministerin war die Einführung der Landarztquote, welche die Medizinstudierenden kritisch sehen. Aus Sicht von Frau Klepsch gibt es viele junge Menschen, die neben dem guten Abitur fachliche und soziale Kompetenzen mitbringen und auf dem Land praktizieren wollen. Diese sollen mit der Landarztquote für diesen Versorgungsbereich gewonnen werden. Die Studierenden hingegen sehen darin einen unverhältnismäßigen Eingriff in die freie Berufswahl und warnen vor einer durch die Vorabquote implizierte Stigmatisierung des Landarztberufes.

Einigkeit bestand in der Diskussion darüber, dass die Allgemeinmedizin gestärkt werden muss. Dabei sollen möglichst viele Medizinstudierende an die Allgemeinmedizin herangeführt werden, indem die Lehrinhalte so angepasst werden, dass die jungen Mediziner keine Sorge vor der Bewältigung der komplexen medizinischen Fragestellungen haben.

Hintergrund

Es gibt in Sachsen bereits 255 offene Hausarztsitze. Aktuell sind 27 Prozent der Hausärzte 60 Jahre und älter, 11 Prozent sind sogar älter als 65 Jahre. Das Durchschnittsalter der Hausärzte liegt bei 54,1 Jahren. In 24 von 47 Mitelbereichen droht laut Statistik der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen die Unterversorgung mit Hausärzten. Dazu kommt die gestiegene Teilzeitquote von 0,5 auf 16,4 Prozent in den vergangenen 30 Jahren.