Telemedizin für die Augenarztpraxis: Modellprojekt im Erzgebirge gestartet

Die Region Marienberg ist eine der zwei Modellregionen in Sachsen, in denen neue Konzepte erprobt werden, um die medizinische Versorgung zu verbessern. In der Region Marienberg startete jetzt ein erstes konkretes Projekt, um die augenärztliche Versorgung zu sichern.

Augenarzt Simo Murovski hat dafür seine Praxisorganisation um eine Telesprechstunde erweitert. Bei dieser erhebt speziell qualifiziertes Personal an modernen augenärztlichen Untersuchungsgeräten die Befunde. Nach einem vorangegangenen persönlichen Kontakt mit dem Patienten greift der Facharzt unabhängig von Ort und Zeit auf die verschlüsselten Befunde zu und bewertet sie.

Im Falle von krankhaften Veränderungen wird der Patient zum weiteren persönlichen Gespräch mit dem Facharzt eingeladen. Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Patienten mit Diabetes, bei denen augenärztliche Kontrollen notwendig sind.

Die Telesprechstunde entlastet den Arzt von regulären Wiederholungsuntersuchungen und verschafft ihm wertvolle Sprechstundenzeit für die Behandlung von Patienten. Der große Vorteil für die Patienten in der Region Marienberg besteht darin, schneller als bisher einen Termin beim Augenarzt vereinbaren zu können.

Hintergrund: Das Projekt ist auf die Modellregion Marienberg zugeschnitten. Hier besteht im Facharztbereich der Augenärzte sogenannte drohende Unterversorgung. Das Gemeinsame Landesgremium nach § 90a SGB V aus sächsischem Sozialministerium und Partnern der Selbstverwaltung hat deshalb Marienberg und Weißwasser zu Modellregionen in Sachsen ausgewählt und sieben Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Arbeitsaufträgen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung eingesetzt.