Medizinstudium in Chemnitz

Die Technische Universität Dresden plant einen neuen Modellstudiengang Medizin mit stärkerem Praxisbezug. Die Medizinische Fakultät Dresden will einen solchen Studiengang für einen Zweitstandort am Klinikum Chemnitz entwickeln. Dort soll ein Teil der Studierenden im Studiengang Humanmedizin die Ausbildung absolvieren können, um später vor allem im ländlichen Raum zu arbeiten. Eine Förderung des Modellstudienganges ist in Berlin bereits beantragt.

Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) lobt die Bemühungen der Universität, einen zweiten Standort am Chemnitzer Klinikum zu etablieren: "Ich begrüße außerordentlich, dass neue Ideen entwickelt werden, um die medizinische Versorgung im Freistaat Sachsen zu sichern". Das Chemnitzer Krankenhaus ist mit einer Kapazität von 1.735 Betten an drei Standorten in Chemnitz sowie in Schneeberg die größte Klinik in kommunaler Trägerschaft in Ostdeutschland. Ende 2013 wurde die Einrichtung als erste nichtuniversitäre Einrichtung in Sachsen zum Krankenhaus der Maximalversorgung hochgestuft.

Ein spezieller Studiengang für "Landärzte" in Dresden und Chemnitz könnte in Sachsen zudem die Debatte um eine Landarztquote beenden, wie sie in Nordrhein-Westfalen bereits eingeführt wurde. Dort bekommt derjenige leichter einen Medizin-Studienplatz, der danach auf dem Land arbeiten möchte.

Die Sächsische Landesärztekammer lehnt eine solche Landarztquote ab und spricht sich stattdessen für die dringende Reform der Zulassung zum Studium aus. Nur so seien diejenigen in ein Medizinstudium zu bringen, welche hohe Sozialkompetenz und Engagement für den Beruf des Arztes mitbringen. "Weiterhin muss endlich der Masterplan Medizinstudium 2020 umgesetzt werden, welcher noch mehr Praxisnähe und damit Begeisterung für die Tätigkeit als Arzt auch im ländlichen Bereich bringen soll." betont Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. "Für eine gute Patientenversorgung braucht es den umfänglich ausgebildeten Arzt."