Medizinstudium: neues Zulassungsverfahren in Sicht

Auch ohne Einser-Abi soll man künftig bessere Chancen auf ein Medizinstudium haben. Darauf haben sich die Wissenschaftsminister der Länder in der Kultusministerkonferenz (KMK) geeinigt und einen gemeinsamen Entwurf für einen Staatsvertrag vorgelegt. Auch beruflich Qualifizierten ohne Abitur, wie etwa Rettungssanitätern, soll demnach der Weg ins Medizinstudium geöffnet werden.

Der Hochschulzugang soll grundlegend neu strukturiert werden. Dabei werden 30 Prozent der Studienplätze für Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie Pharmazie für Bewerber mit den besten Abiturnoten vorgesehen. Länderspezifische Unterschiede bei den Abiturnoten werden durch sogenannte Prozentrangverfahren und Landesquoten ausgeglichen werden.

Zehn Prozent der Studienplätze gehen auf Basis einer sogenannten zusätzlichen Eignungsquote nach notenunabhängigen Kriterien an die Bewerber. Dabei wird in gewissem Umfang die Wartezeit beachtet. 60 Prozent der Studienplätze werden weiter dezentral von den Hochschulen vergeben. Die Kriterien dafür orientieren sich zum Teil an der Abiturnote, zum Teil nicht. Ein Facheignungstest ist obligatorisch.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Dezember vergangenen Jahres entschieden, dass das Zulassungsverfahren teils verfassungswidrig ist und bis Ende 2019 neu geregelt werden muss. Die Neuregelungen sollen zum Sommersemester 2020 gelten. Insbesondere für Bewerber, die heute auf Wartelisten stehen, sind Übergangsfristen geplant.