Bundesverfassungsgericht: Numerus clausus fürs Medizinstudium teilweise verfassungswidrig

Das Verfahren zur Vergabe von Studienplätzen im Fach Humanmedizin ist teilweise verfassungswidrig. Das entschied das Bundesverfassungsgericht am 19. Dezember 2017 in Karlsruhe und fordert den Gesetzgeber in Bund und Ländern auf, bis Ende 2019 Regeln für eine gerechtere und deutschlandweit vergleichbare Auswahl zu schaffen.

Grundsätzlich, so das Bundesverfassungsgericht, sei die Vergabe nach den besten Abiturnoten, nach Wartezeit und nach einer Auswahl durch die Universitäten mit dem Grundgesetz zu vereinbaren. Wichtig sei aber, dass die Abiturnoten bundesweit vergleichbarer werden, dass Hochschulen neben der Note mindestens ein anderes eignungsrelevantes Kriterium bei der Auswahl berücksichtigen, dass die Auswahlverfahren der Hochschulen standardisierter und strukturierter werden und dass die Ortspräferenz nicht mehr das dominierende Kriterium in der Abiturbestenquote ist.

Die Sächsische Landesärztekammer begrüßt das Urteil aus Karlsruhe grundsätzlich. „Die Vorgaben, wie sie auch schon zum Teil im Masterplan Medizinstudium 2020 vorgesehen sind, können zu einer gerechteren Auswahl der vielen Studienplatzbewerber führen. Was die Endscheidung des Bundesverfassungsgerichtes nicht kann, ist mehr Ärzte für versorgungsschwache Regionen generieren. Hierfür ist eine – von uns bereits seit Jahren geforderte – Erhöhung der Studienplatzzahlen nötig.“ so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck.