Ärzte für Sachsen on Tour: Psychiatrie und Psychotherapie in Mittelsachsen

Bereits das siebte Mal startete das Netzwerk „Ärzte für Sachsen“ am 4. November 2017 seine Tour. Erstmals stand dabei mit der Psychiatrie und Psychotherapie ein bestimmtes Facharztgebiet im Fokus. Von der Universität Leipzig aus ging es für zwölf Medizinstudierende aus Leipzig und Dresden los zu drei Veranstaltungsstationen im Landkreise Leipzig und in Mittelsachsen.

Erster Programmpunkt war die Diakonieklinik Zschadraß bei Colditz, in der der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. med. habil. Dr. rer. soc. Stefan Brunnhuber M.A., die angehenden Mediziner in Empfang nahm. Prof. Brunnhuber berichtete über die Vorteile einer Diakonieklinik und die Weiterbildung zum Facharzt im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie. Besonders betonte er den engen Kontakt mit den Patienten und den integrativen Ansatz seines Hauses, in dem evidenzbasierte Schulmedizin und Erkenntnisse der Naturheilverfahren, der Akupunktur und der achtsamkeitsbasierten Psychotherapie zusammenfließen. „Unser ganzheitliches Konzept umfasst dabei natürlich auch die Bereiche Bewegung und Ernährung. Das geht soweit, dass wir hier für unsere Küche einen biozertifizierten Koch eingestellt haben", so Prof. Brunnhuber. Im Gespräch mit den Studierenden ging der Ärztliche Direktor auf Möglichkeiten einer Famulatur und Fragen nach der Facharztweiterbildung in den Diakoniekliniken ein. Abschließend begab sich die Gruppe auf einen kleinen Rundgang über das Gelände der Kliniken und bekam einen Einblick in die ruhige Atmosphäre einer Station.

Das nächste Ziel der Tour war das Fachkrankenhaus Bethanien in Hochweitzschen. Begrüßt wurden die jungen Mediziner hier durch den Theologischen Geschäftsführer, Michael Veihelmann, den Kaufmännischen Geschäftsführer, Dirk Herrmannn und den Ärztlichen Direktor, Dr. med. Rudolf Lehle. Nach einem gemeinsamen Mittagessen berichtete Dr. Lehle über das Krankenhaus und über Voraussetzungen, die jemand mit Interesse am Fachbereich Psychiatrie und Psychotherapie mitbringen sollte. Sein Appell: „Bringen Sie sich und Ihre ärztlichen Fähigkeiten dort ein, wo Sie gebraucht werden. Arbeitsqualität ist Lebensqualität." Um die Fachbereiche und Abläufe im Fachkrankenhaus vorzustellen, wurden die jungen Mediziner durch verschiedene Stationen und Funktionsräume geführt. In der Klinik für Suchtmedizin etwa erklärte Chefärztin Dr. med. Ulrike Ernst die Vorgehensweise bei Diagnose und Therapie anhand unterschiedlicher Suchterkrankungen und erinnerte an die Wichtigkeit der eigenen Psychohygiene in ihrem Fachbereich.

Der letzte Stopp, bevor es nach Leipzig zurückging, war die Tagesklinik und Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) in Döbeln. Diese gehört zum Fachkrankenhaus Bethanien und so war es auch hier der Ärztliche Direktor, Dr. Lehle, der das Behandlungskonzept der Tagesklinik beschrieb: „Die Patienten kommen am Anfang des Tages, führen Gruppengespräche, erhalten Therapiesitzungen und ihrem Therapieplan entsprechende Behandlungen und gehen am Abend wieder nach Hause. Probleme des Alltags können so kontinuierlich in die Behandlung einbezogen werden."

Am Ende des Tages kamen die jungen Mediziner zu ganz unterschiedlichen Einschätzungen. War es für einen nunmehr klar, dass der Fachbereich wohl nicht in die engere Wahl kommt, meldeten zwei der Teilnehmer schon Interesse an einer Famulatur an. Eine Studentin führte sogar erste Gespräche zu einer möglichen Weiterbildung an einem der Standorte. Gemeinsam war aber allen, dass sie das Veranstaltungskonzept als sehr sinnvoll einschätzen, um sich vor Ort selbst ein ganz persönliches Bild machen zu können.