Ambulante Service-Zentren: Sachsen fördert Telemedizin Modell im Vogtland

Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz fördert mit über 1,4 Millionen Euro das Telemedizin-Modellvorhaben »Telematikunterstützung für die Impulsregion Vogtland 2020«. Projektpartner sind das Klinikum Obergöltzsch Rodewisch, die Westsächsische Hochschule Zwickau, der GeriNet e.V. und die Simba n³ GmbH.

Ziel des Projektes ist die Erprobung eines neuen Modells zur Sicherstellung der Patientenversorgung im ländlichen Raum am Beispiel des Vogtlandkreises. Im Kern geht es um den Aufbau ambulanter Service-Zentren in Gebieten, in denen die hausärztliche Versorgung nicht oder nicht ausreichend abgesichert ist. Wo Ärzte fehlen, sollen die Service-Zentren als Anlauf-, Beratungs- und Behandlungsstelle für die Patienten dienen.

Die ambulanten Service-Zentren sollen mit mittlerem medizinischem Personal wie etwa Medizinischen Fachangestellten besetzt werden. Diese können bei Patienten mögliche Voruntersuchungen durchführen, bei Bedarf einen Termin für einen virtuellen Arztbesuch bei einem Arzt aus einem Ärztepool vereinbaren oder auch Hausbesuche bei den Patienten vornehmen. Durch die Arbeit der Service-Zentren sollen unnötige Patiententransporte vermieden und die knappen Ressourcen der Ärzte effektiver für vorrangig ärztliche Leistungen genutzt werden.

Im Rahmen des Projektes ist geplant, mindestens zwei ambulante Service-Zentren nach einer kleinräumigen Bedarfsanalyse zur Versorgungssituation zu errichten, personell auszustatten und die notwendige Telemedizin-Infrastruktur zur Vernetzung von Service-Zentren und Hausärzten aufzubauen. Bei erfolgreicher Umsetzung kann dieses Versorgungsmodell als »Blaupause« für andere ländliche Regionen im Freistaat Sachsen dienen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Mehr zum Modellvorhaben und zum Hintergrund der EFRE-Mittel zur Förderung innovativer Ansätze im Bereich der Gesundheits- und Pflegewirtschaft: