Medizinstudium: Numerus clausus vor Gericht

Die Platzvergabe in Studiengängen mit bundesweitem Numerus clausus (NC) kommt im Herbst in Karlsruhe auf den Prüfstand. Das Bundesverfassungsgericht nimmt am 4. Oktober die Auswahl von Medizinstudierenden unter die Lupe. Hintergrund: das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bezweifelt, dass die Regelungen mit dem Grundgesetz vereinbar sind.

Die Verwaltungsrichter in Gelsenkirchen beanstanden unter anderem, dass die Abiturnoten bundesweit nicht vergleichbar seien und es deshalb Landesquoten brauche. Insgesamt spiele die Note eine zu große Rolle. Das Bundesverfassungsgericht hatte in den 1970er-Jahren Kriterien für die Studienplatzvergabe entwickelt. Nun stelle sich die Frage, ob diese Rechtsprechung fortentwickelt werden müsse.

In der Humanmedizin sind die Plätze seit Jahren hart umkämpft. Im Wintersemester 2014/15 kamen nach Angaben des Gerichts rund 43.000 Bewerber auf etwa 9.000 Studienplätze, die Wartezeit betrage mittlerweile 15 Semester.