MB-Monitor 2017: Ärzte fordern mehr Personal und weniger Bürokratie

Zwei Drittel der Krankenhausärzte (66 %) erklären im MB-Monitor 2017, dass ihnen für die Behandlung ihrer Patienten nicht ausreichend Zeit zur Verfügung steht. So lautet ein zentrales Ergebnis der aktuellen Befragung des Marburger Bundes von bundesweit rund 6.200 angestellten Ärzten, die vom Institut für Qualitätsmessung und Evaluation (IQME) durchgeführt wurde.

Die Forderungen der Ärzte zielen dementsprechend vor allem auf einen Bürokratie-Abbau und eine Aufstockung des Personals im ärztlichen wie pflegerischen Dienst. Drei Viertel der Befragten halten mehr Personal im pflegerischen Dienst für „sehr wichtig" (52 %) oder „am wichtigsten" (23 %). Fast genauso wichtig ist den Ärzten die Personalaufstockung in der eigenen Berufsgruppe („sehr wichtig": 49 %, „am wichtigsten": 23 %). Der Abbau von Bürokratie hat für die meisten Ärzte ebenso hohe Priorität („sehr wichtig": 44 %; „am wichtigsten": 26 %), denn jeder vierte Arzt im Krankenhaus (26 %) verbringt inzwischen mehr als 3 Stunden pro Tag mit Verwaltungstätigkeiten, die über rein ärztliche Aufgaben hinausgehen. Ein Drittel schätzt den täglichen Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten auf 1 bis 2 Stunden (33 %) oder 2 bis 3 Stunden (29 %).

Auffallend erscheint vor diesem Hintergrund die Beurteilung der derzeitigen Arbeitsbedingungen: hier zeigt sich im Vergleich zu 2010 nämlich eine deutliche Verbesserung. Nur noch 19 % schätzen die Situation als schlecht ein, 2010 waren es noch 32 %. Ob es dabei auch einen Zusammenhang zu sich ändernden Arbeitszeiten gibt, kann anhand der Studienlage nur vermutet werden. In jedem Fall ist der Anteil der Teilzeitbeschäftigten mit 24 Prozent gegenüber früheren Mitgliederbefragungen des Marburger Bundes (2013: 15 %) deutlich gestiegen.

Alle Ergebnisse und Grafiken zur aktuellen Befragung finden Sie hier: