Junge Hausärzte würden aufs Land pendeln

Eine neue Studie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig zeigt: Junge Ärzte würden auch pendeln - bis zu 50 Minuten für eine Strecke täglich. Die Ergebnisse der Untersuchung werden erstmals vom 13. bis 16. Oktober in Leipzig auf dem Kongress des European General Practice Research Network (EGPRN), der forschenden Allgemeinmediziner aus ganz Europa, vorgestellt.

Laut einer Befragung unter Medizin-Studierenden im vierten und fünften Studienjahr an den Universitäten Leipzig und Halle sowie an der Charité Berlin wären Jungärzte bereit, zu ihrer Praxis auf dem Land zu pendeln und in der Stadt zu wohnen. "Bis zu 50 Minuten für eine Strecke täglich würden die jungen Kollegen täglich in Kauf nehmen", sagt Dr. Thomas Frese von der Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin, der an dieser Studie beteiligt ist. "Dadurch könnten in Sachsen viele ländliche Gebiete abgedeckt werden. Doch es gibt nach wie vor weiße Flecken auf der Karte, etwa das Vogtland, die Lausitz oder Nordost-Sachsen."

Die Ergebnisse der Untersuchung werden vom 13. bis 16. Oktober auf dem Kongress des EGPRN vorgestellt. Unter dem Thema "Allgemeinmedizin in einer sich wandelnden Welt" begrüßt die Universität Leipzig etwa 130 Hausärzte aus ganz Europa, darunter den Präsidenten der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck. Neben den Themen Nachwuchs und Versorgung geht es unter anderem auch um die hausärztliche Versorgung von Flüchtlingen, die Unterversorgung aus Sicht der Patienten sowie um die neue Digitale Medizin.

Am 15. Oktober, zum Tag der Allgemeinmedizin in Leipzig, besuchen die Teilnehmer der Tagung acht Leipziger Hausarztpraxen, um sich über das deutsche Versorgungssystem zu informieren. Zugleich sind etwa 70 Hausärzte aus Leipzig und dem Umland zu Gast in der Medizinischen Fakultät, um vor Ort in Vorträgen und Workshops in der Lernklinik mehr über aktuelle Standards im Medizinstudium zu erfahren.

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